Wallenfels (sd) Die Kinderoper Papageno aus Wien begeisterte in der Grundschule in Wallenfels – Hänsel und Gretel als spannendes Singspiel

 

Wer kennte es nicht, das Märchen von Hänsel und Gretel. Immer wieder gerne erzählt von Großeltern und Eltern merken sich die Kinder vor allen Dingen die herrlich schmeckenden Lebkuchen am Hexenhaus und den Tod der bösen Hexe im Backofen. Das andere Drumherum ist für viele der kleinen und großen Märchenliebhaber mehr oder weniger uninteressant und wird auch oft nicht originalgetreu wie von den Gebrüder Grimm geschrieben weitererzählt.

 

Die Fassung, die die Kinderoper Papageno in der Grundschule in Wallenfels gezeigt hat, ist eine lustige, kindgerechte Fassung, bei dem die Zuschauer nicht außen vor bleiben, sondern in die Handlung mit einbezogen werden. So entsteht eine Einheit aus Sängern, Kindern, Spannung und vorhersehbarem Ende, das in 60 Minuten alle fasziniert. Bereits am Anfang gesteht Angela Mitterhofer, die die Gretel spielt und singt, dass sie Lampenfieber hat und das macht sie sofort sympathisch. Auch Claudia Fischer, die in einer „Hosenrolle“ den Hänsel spielt, singt sich sofort in die Herzen der Grundschulkinder von der ersten bis zur vierten Klasse und der Vorschulkinder, die extra vom Kindergarten in die Schule gekommen waren. Mit ihren hellen Sopranstimmen klingen die Lieder wie „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ und „Brüderchen, komm tanz mit mir“ toll zu den Jungen und Mädchen rüber, von denen einige gerne mitsingen, weil sie die Lieder kennen. Peter Kellner spielt den Vater, er kommt mit seiner tiefen Bassstimme wie ein Brummbär daher und stimmt die Kinder mit seinen Fragen nach den verschiedenen Stimmen und den Instrumenten, dem Bühnenbild und den Requisiten auf das ein, was ihnen die Aufführung von Hänsel und Gretel eigentlich nahe bringen will. Nicht nur gute Unterhaltung und Spaß beim Singspiel, nein es soll auch die Lust auf weitere Opernerlebnisse geweckt werden, sozusagen der Grundstock für später, dass nicht nur laute Rockmusik die Ohren begeistern kann, sondern auch Arien und anspruchsvolle Musik. „Aber das Wichtigste ist eure Phantasie. Lasst ihr freien Lauf und ihr könnt euch vorstellen, was hier bei uns vorne abläuft. Ihr könnt zum Beispiel die Lebkuchen direkt riechen oder das Feuer im Ofen, in dem am Schluss die Hexe landet“, begeistert Peter Kellner gleich zu Beginn die aufgeregten Zuschauer.

 

Ein klein wenig ist auch ein erhobener Zeigefinger dabei, wenn Hänsel und Gretel vor ihrem Haus herumtollen und dabei der Krug mit der Milch zerbricht. Der Vater verkauft seine Reisigbesen und ist schon lange unterwegs. Im Wissen, dass sie ohne die Milch kein Abendessen haben, suchen die beiden Kinder nun Wald beim Ilsenstein Beeren ohne zu wissen, dass dort inzwischen eine böse Hexe wohnt. Mit Liedern zum Mitsingen wie „Ein Männlein steht im Walde“, ziehen die Darsteller die Schul- und Vorschulkinder mit ins Geschehen. Und als die beiden abends im Wald übernachten müssen, stehen kleine Engelkinder mit Laternen ihnen zur Seite (Noel Jakob, Timo Dütsch, Johannes Gremer, Katharina Erhardt, Amelie Körner, Kristina Gremer und Betty Kolb). In Gestalt des Sandmanns und später als böse Hexe tritt nun Qiaoyi Lai auf, die sowohl den einen Guten als auch die Böse super verkörpert. Zusammen mit ihrem Besen und einzelnen Kindern springt und tanzt sie auf der improvisierten Bühne in der Schulturnhalle, so dass man nicht weiß, „rennt sie noch oder fliegt sie schon.“ Mit List und Einfallsreichtum überwinden Hänsel und Gretel die Schwierigkeiten, die nach dem Naschen am Hexenhaus auf sie zukommen und schließen am Ende ihren Vater in die Arme, der sie schon gesucht hat.

 

Das Singspiel war ein Erlebnis für alle Kinder, sogar die Vorschulkinder waren voll bei der Sache und ein Raunen und „Schade, schon aus“ ging am Schluss durch die Reihen. Aber es gibt ja wieder ein Schuljahr und vielleicht heißt es auch im nächsten Jahr „Toll, die Kinderoper Papageno kommt wieder zu uns“.

Bild 1: Angela Mitterhofer (Gretel) sagt den Engelkindern vor der Aufführung, was sie tun sollen.

 

Bild 2: Während Hänsel (re) Besen bindet, holt Gretel den Krug mit Milch für das Abendessen.

 

Bild 3: Peter Kellner (Vater) bindet schon vor dem Singspiel die Kinder durch Fragen mit ein.

 

Bild 4: Einen feurigen Hexentanz zeigen die Darsteller der Kinderoper Papageno.

 

Bild 5: „Ein Männlein steht im Walde“ – Gretel (Angela Mitterhofer) tanzt mit Nina Stumpf.

 

Bild 6: „Ach sind wir müde“ – Hänsel (Claudia Fischer) und Gretel (Angela  Mitterhofer) hatten Besuch vom Sandmann.

 

Bild 7: Hänsel (Claudia Fischer) und Gretel (Angela Mitterhofer) schlafen im Wald und haben Besuch vom Sandmann (Qiaoyi Lai)

 

Bild 8: Bevor Hänsel (Claudia Fischer) und Gretel (Angela Mitterhofer) schlafen, beten sie. Die Engelkinder mit ihren Laternen stehen ihnen zur Seite. (von links Noel Jakob, Timo Dütsch, Johannes Gremer, Katharina Erhardt, Amelie Körner, Kristina Gremer, Betty Kolb)

 

Bild 9: Hänsel (Claudia Fischer) und Gretel (Angela Mitterhofer) haben Angst vor der bösen Hexe (Qiaoyi Lai).

 

Bild 10: Endlich kann der Vater (Peter Kellner) seine Kinder wieder in die Arme schließen.

 

 

Fotos: Susanne Deuerling